Wenn die MS Artania in Bremerhaven die Leinen loswirft und Kurs auf Skandinavien nimmt, beginnt für mehr als tausend Gäste eine Kreuzfahrt der ganz besonderen Art. Zwischen glitzerndem Meer, spektakulären Shows und entspannten Stunden an Bord sorgt eine Band für unverwechselbare Gänsehautmomente: die Höhner. Gemeinsam mit hochkarätigen Artisten verwandeln sie die Höhner Circus Cruise in ein schwimmendes Varieté voller Musik, Humor und kölscher Lebensfreude.
Mit den Höhnern nach Skandinavien
Im Mai 2026 stachen die Höhner zum ersten Mal mit ihrer eigenen Circus Cruise in See. Damit begann ein neues Kapitel in der Geschichte der Kölner Band. Die Idee dazu entstand aus der Erfahrung mit dem „Höhner Rock and Roll Circus“, den die Musiker seit Jahren gemeinsam mit internationalen Artisten auf die Bühne bringen. Warum also nicht Zirkus und Höhner-Musik auf ein Kreuzfahrtschiff bringen?
Eine Idee, die zunächst einfacher klang, als sie tatsächlich war. Schließlich gelten auf See andere Regeln als im Zirkuszelt: begrenzte Bühnenflächen, Sicherheitsvorgaben, möglicher Seegang und die technische Infrastruktur eines Schiffes verlangen nach völlig neuen Lösungen. Außerdem „sollte es eben nicht bloß eine Reise sein, auf der die Höhner auftreten“, erinnert sich Frontmann Patrick Lück. „Das ganze Schiff sollte zur Höhner Circus Cruise werden.“ Die Premiere führte die MS Artania von Bremerhaven nach Norwegen, mit Bergen, Kristiansund, Trondheim, Nordfjordeid und Eidfjord als Stationen.
Eine Show, die unter die Haut geht
Mit der für die Cruise angepassten Produktion „Viváce“ bewiesen die „Daniel Düsentriebe des Showbusinesses“ einmal mehr ihren Erfindergeist. Der Titel stammt aus der Musik und steht für Lebendigkeit, Lebensfreude und Dynamik – Werte, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Programm ziehen. Dabei begleiten die Höhner die Artisten nicht nur musikalisch. Die Darbietungen sind passend zu ihren Songs choreografiert, und die Band wird selbst Teil der Inszenierung.
Slapstick, Magie, Akrobatik und emotionale Momente wechselten sich in der Show ab. Mal sorgte Hula-Hoop-Künstlerin Julia Arashivkina mit ihrer Ausstrahlung für Staunen, mal erzählte eine Sandmalerin berührende Geschichten zu den Liedern der Höhner. Patrick Lück selbst schlüpfte in die Rolle des Zirkusdirektors, führte durch den Abend und spielte gemeinsam mit Pantomime Olivier Tacan einen ebenso humorvollen wie poetischen Act.
Zu den spektakulärsten Höhepunkten gehörte das Rollschuh-Duo „Skating Donalds“, dessen atemberaubende Nummer selbst unter den besonderen Bedingungen auf See für Gänsehaut sorgte. „Hier hat man aber tatsächlich gemerkt, dass es an die Grenzen des Machbaren ging“, berichtet Lück.
Mehr als nur ein Konzert
Neben den großen Zirkusshows standen zusätzliche Höhner-Konzerte, Aftershow-Partys, Meet & Greets und Autogrammstunden auf dem Programm. Weil das Theater an Bord rund 450 Plätze fasst, die MS Artania aber mit etwa 1100 Gästen ausgebucht war, wurde die Show mehrfach gespielt. So bekam jeder die Gelegenheit, das Spektakel live zu erleben.
Gleichzeitig blieb genügend Raum für das klassische Kreuzfahrt-Programm. Tagsüber ging es an Land, durch die norwegischen Hafenstädte oder hinaus an Deck, um Fjorde, Wasserfälle und die Landschaft zu genießen. „Die Leute können ihre Reise absolut genießen“, versichert Lück. Die Höhner Circus Cruise setzt deshalb nicht auf Dauerbeschallung und permanente Party, sondern auf eine Mischung aus besonderen Programmpunkten und freien Momenten.
Für kleine Überraschungen sorgten zwischendurch die Artisten, die auch abseits der großen Bühne Teil des Bordlebens wurden. Beim Essen gab es schon mal einen Zaubertrick am Tisch, hier und da eine Comedy-Einlage oder ein kurzer Moment Zirkusflair. Wer seine Ruhe wollte, konnte sie trotzdem haben. „Es ist schon so aufgebaut, dass jeder auf seine Kosten kommt“, erklärt Lück. „Du buchst natürlich eine Höhner Cruise, dann weißt du, hier findet Veranstaltung statt, hier findet Party statt. Aber eben nicht von morgens bis abends.“
Eine weitere Besonderheit der Höhner Circus Cruise ist, dass die Distanz zwischen Bühne und Publikum verschwindet. Die Musiker bewegen sich frei auf dem Schiff, essen gemeinsam mit den Gästen, unterhalten sich an Deck oder begegnen ihnen zufällig bei einem Spaziergang über das Sonnendeck. Auch ihre Familien sind Teil der Reise.
Für Patrick Lück war genau das einer der bewegendsten Momente. Seine beiden kleinen Kinder erlebten die Premiere hautnah mit. Seine Tochter durfte am Ende sogar gemeinsam mit den Artisten auf die Bühne. Erinnerungen, von denen der Sänger hofft, dass sie bleiben.
Dieses familiäre Miteinander übertrug sich auf das gesamte Schiff. Die Crew der MS Artania, das gesamte Phoenix-Team und die Höhner bildeten schnell eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützte und gemeinsam dafür sorgte, dass sich auch die Gäste als Teil dieser großen Familie fühlten.
Nicht wenige überraschten die Band dabei. Als Patrick Lück während eines Konzerts fragte, wer zuvor noch nie ein Höhner-Konzert besucht hatte, gingen überraschend viele Hände nach oben. „Dafür bucht ihr extra eine Kreuzfahrt?“, scherzte er und erntete Gelächter. Viele Gäste hatten vorher keinerlei Bezug zu den Höhnern und waren ursprünglich wegen der Kombination aus Skandinavien, Kreuzfahrt und Zirkus an Bord gekommen. Unterwegs entdeckten viele von ihnen die Höhner dann ganz neu für sich.
Erinnerungen, die bleiben
Dass das Konzept funktioniert, zeigte sich bereits während der Reise. Bei einer fast zweistündigen Autogrammstunde präsentierten zahlreiche Gäste der Band bereits ihre Buchungsbestätigung für die nächste Cruise. Noch an Bord hatten sie sich ihren Platz für 2027 gesichert. „Wir haben viel bis alles richtig gemacht“, lautet das Fazit des Frontmanns. Für die Band war das eine schöne Bestätigung. Schließlich entstand die Höhner Circus Cruise nicht als fertiges Produkt, sondern wurde von der Band gemeinsam mit den Partnern Schritt für Schritt entwickelt. Von der Routenplanung über die Auswahl der Artisten bis zur Gestaltung der Show steckt überall Herzblut drin.
Vom 28. Juni bis 5. Juli 2027 nimmt die MS Artania Kurs auf die schönsten Ziele Südskandinaviens. Die Route führt von Kiel über Aarhus, Kopenhagen, Skagen, Oslo und Lysekil bis nach Bremerhaven. Die Höhner arbeiten bereits an einer neuen Zirkusshow. Schließlich soll auch für Wiederholungstäter etwas Neues dabei sein. „Wir sind von Natur aus so gestrickt, dass wir uns immer verbessern wollen“, sagt Patrick Lück. So wird die Bühne erneut zur Manege, die Musik zum Herzschlag der Reise und das Schiff zu einem Ort, an dem Gemeinschaft großgeschrieben wird. Wer dabei ist, bucht nicht einfach eine Kreuzfahrt, sondern wird für eine Woche Teil der Höhner-Familie. Auch für 2028 wird bereits geplant. Wohin die Reise dann führt, ist noch offen. Traumrouten nach England, Schottland, Wales oder Irland sind jedenfalls schon einmal gedanklich an Bord.
„Ich glaube, dass von allem etwas dabei ist“, fasst Patrick Lück die Reise zusammen. „Momente zum Lachen, Momente zum Innehalten, Momente zum Träumen, Momente zum Genießen und vielleicht auch der ein oder andere wehmütige Moment, wenn man in Erinnerung schwelgen kann, weil einen vielleicht auch eine bestimmte Musik berührt.“
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