Tennis war gestern? Nicht ganz. Aber wer gerade nach einer neuen Sportart sucht, kommt an Padel kaum vorbei. Gespielt wird zu viert, die Wände sind Teil des Spiels und Langeweile hat auf dem Court wenig Chancen.
Ein Ball prallt gegen die Glaswand, fliegt zurück ins Feld und wird im nächsten Moment schon wieder über das Netz gespielt. Einer sprintet nach vorne, der andere dreht sich um, und irgendwo dazwischen fällt auf: Padel ist verdammt schnell.
Die Trendsportart verbindet Elemente aus Tennis und Squash, ist aber deutlich mehr als eine Mischung aus beidem. Gespielt wird im Doppel auf einem 20×10 Meter großen Court, der von Glas- und Gitterwänden umgeben ist. Diese dienen nicht nur als Begrenzung, sondern werden aktiv ins Spiel einbezogen. Der Ball darf nach dem Aufprall auf dem Boden die Wände berühren und anschließend weitergespielt werden. Genau das sorgt für die ungewöhnlichen Ballwechsel, die Padel so spannend machen.
Dabei ist der Einstieg erstaunlich unkompliziert. Der Aufschlag wird von unten ausgeführt, die Schläger sind kleiner als Tennisschläger und haben keine Bespannung. Erste Ballwechsel gelingen deshalb meist schneller als beim Tennis. Wer dann allerdings glaubt, einfach draufhauen zu können, wird schnell eines Besseren belehrt. Bei Padel sind Winkel, Timing und cleveres Stellungsspiel mindestens genauso wichtig wie pure Schlagkraft.
Vier spielen besser als einer
Ein wesentlicher Teil des Reizes liegt außerdem im Doppel. Padel ist Kommunikation: Wer übernimmt den Ball? Wer rückt vor? Wer sichert ab? Zwischen zwei Schlägen bleibt wenig Zeit für lange Absprachen. Das macht den Sport dynamisch und ausgesprochen gesellig.
Entstanden ist Padel übrigens 1969 im mexikanischen Acapulco. Von dort aus verbreitete sich die Sportart zunächst vor allem in Spanien und Argentinien und später weltweit. Auch in Deutschland wächst die Padel-Szene. Seit 2022 ist der Deutsche Tennis Bund (DTB) im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für Padel zuständig.
Und körperlich? Unterschätzen sollte man den kleinen Court nicht. Schnelle Richtungswechsel, kurze Sprints und intensive Ballwechsel bringen den Kreislauf ordentlich auf Touren. Gleichzeitig bleibt genug Raum für Spaß und den einen oder anderen spektakulären Ball.
Für den ersten Versuch braucht es ohnehin keine komplette Profi-Ausrüstung. Schläger und Bälle lassen sich vielerorts ausleihen. Vier Personen, ein Court und ein bisschen Lust auf etwas Neues reichen völlig aus.
Das Ergebnis: Sport, Wettbewerb und Zeit mit Freunden in einem. Und ziemlich gute Chancen, dass aus „Wir probieren das mal aus“ ganz schnell „Wann spielen wir wieder?“ wird.