Von außen betrachtet war alles erreicht. Internationale Produktionen, Gold- und Platin-Auszeichnungen, mehr als 555 Millionen Streams, Auftritte auf den größten Bühnen der Welt. Philipp Schardt, 43, geboren in Koblenz und lange zu Hause in Berlin, Los Angeles, London und Toronto, lebte den Traum vieler Musiker. Und doch kam irgendwann ein Moment, den man nicht planen kann. „Erfolg kann laut sein – und trotzdem leer“, sagt Schardt rückblickend. Es war kein Knall, kein Bruch, sondern ein leises inneres Klicken. Ein Punkt, an dem klar wurde: So wie es ist, trägt es nicht mehr.
Heute lebt Philipp Schardt im Westerwald. Von hier aus wirkt er als Musiker, Guide, Heiler, Gründer der 10X Spiritual Academy und Kopf hinter dem Projekt TEMPLEMIND. Rockmusik trifft Meditation. Klang trifft Stille. Nicht als Wellnessprodukt, sondern als bewusster Reset. „Nicht höher, nicht schneller – sondern wahrhaftiger“, beschreibt er seinen Weg.
Die Magie der Musik und ihre Grenzen
Die Musik war lange sein Kompass. Schon früh führte ihn dieser in professionelle Studios, zu Netzwerken, internationalen Kooperationen. Er arbeitete mit Künstlern wie Herbert Grönemeyer, Lena Meyer-Landrut, Silbermond, Xavier Naidoo, Anastacia oder Take That. Songs entstanden, die Geschichte schrieben – etwa „Satellite“, aufgenommen in einer einzigen Nacht im Kölner Maarwegstudio, kurz bevor Lena den Eurovision Song Contest gewann. „Gegen drei Uhr morgens war klar: Da ist gerade etwas Besonderes passiert“, erinnert sich Schardt. Auch „Irgendwas bleibt“ von Silbermond zählt zu den Momenten, die bis heute nachwirken – wegen der Authentizität, die im Raum spürbar war.
Und doch begann sich leise etwas zu verschieben. 2013, mitten in Berlin, stellte Schardt fest: Die Musik funktionierte – aber sie berührte ihn selbst nicht mehr. „Ich stand im Studio und war innerlich nicht mehr da.“ Musik war zur Dienstleistung geworden. Ein Video von 30 Seconds to Mars riss ihn an einem Abend aus dieser Erstarrung. Roh, ehrlich, mutig. „Da war sie wieder, diese Erinnerung: Dafür hast du mal angefangen.“ Was folgte war kein radikaler Schnitt, sondern ein Neuordnen. Schardt begann zu hinterfragen, zu meditieren, sich mit alten Lehren, Klang, Frequenzen und Bewusstsein auseinanderzusetzen. Nicht als Flucht, sondern als Rückverbindung.
Rock trifft Stille
Aus diesem inneren Spannungsfeld entstand TEMPLEMIND. Rockmusik, Soundscapes und Meditationen, bewusst komponiert in Frequenzen wie 432 Hz, die direkt auf Körper und Nervensystem wirken. „Musik umgeht den Verstand. Sie wirkt dort, wo Worte nicht mehr hinkommen“, sagt er. TEMPLEMIND ist kein klassisches Musikprojekt, keine Band im herkömmlichen Sinn. Es ist ein Raum. Eine Einladung.
Zwischen Erkenntnis und Erdung
Parallel dazu gründete Schardt die 10X Spiritual Academy in Montabaur. Der Auslöser war eine Erfahrung, die er immer wieder beobachtete: Menschen erleben spirituelle Höhen – und verlieren danach den Halt im Alltag. „Bewusstsein ohne Erdung macht instabil.“ Seine Arbeit setzt deshalb nicht auf schnelle Erleuchtung, sondern auf Verkörperung. Die „Life Activation“ bringt Menschen zurück in ihre innere Ausrichtung, die anschließende „Empower-Thyself-Initiation“ verankert diese Klarheit im Alltag. „Ich bin kein Guru“, betont Schardt. „Ich öffne einen Weg, der mir selbst 2016 geöffnet wurde – und dann liegt es an jedem Einzelnen, seinen eigenen Berg zu erklimmen. Niemand nimmt dir diesen Weg ab. Aber du musst ihn auch nicht allein gehen.“
Die Menschen, die zu ihm kommen, sind oft erfolgreich, leistungsfähig – und innerlich müde. Sie sagen Sätze wie: „Ich habe eigentlich alles, aber ich fühle mich nicht lebendig.“ Burnout, innere Unruhe, Sinnfragen. Viele haben bereits Coaching, Therapie oder spirituelle Angebote ausprobiert und sind trotzdem nicht angekommen. Was sich verändert, beschreibt Schardt leise, aber bestimmt: „Die Menschen hören auf, vor sich selbst wegzulaufen.“ Sie werden ruhiger und zugleich entschlossener. Entscheidungen werden klarer, Muster verlieren an Kraft. Und irgendwann fällt ein Satz, der für ihn alles zusammenfasst: „Ich muss nicht mehr fliehen.“
Weltweit vernetzt, regional verwurzelt
Dass er diesen Weg heute aus dem Westerwald heraus geht, ist für Schardt ein bewusstes Statement. „Tiefe braucht keinen bestimmten Ort.“ Mit Frankfurt vor der Tür ist er international angebunden, lebt aber nicht mehr im Dauerbetrieb. Familie, Erdung, Stille – all das ist hier präsent. „Putting Montabaur back on the map“, sagt er augenzwinkernd und verweist auf die Symbolik des Ortes, benannt nach dem Berg Tabor, mit dem gelben Schloss als Wahrzeichen.
Was bleibt, ist eine Haltung. Erfolg neu zu definieren. Wirkung über Reichweite zu stellen. Klang nicht als Ablenkung zu nutzen, sondern als Erinnerung. Und Menschen zu ermutigen, sich selbst wieder ernst zu nehmen. „Ich wünsche mir, dass Leser erkennen: Ich bin genug“, so Schardt. Nicht im Sinne von Stillstand, sondern als Ausgangspunkt für Entwicklung. Sein Buch „Der letzte Schlüssel“ erzählt diesen Weg ehrlich – inklusive Umwege und Sackgassen.
Heute schöpft Philipp Schardt Kraft aus Familie, Meditation, körperlicher Arbeit und der Stille. Inspiration entsteht dort, wo kein Lärm ist. „Ich habe Songs vollständig in der Meditation empfangen“, sagt er. Melodie, Text, Gefühl – einfach da. Kein Konzept. Kein Aufguss. Sondern etwas, das aus dem Inneren kommt. „Das ist heute mehr wert als jede Platinplatte.“
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