„Talent gewinnt Spiele, aber Teamwork und Intelligenz gewinnen Meisterschaften“, sagte einst Michael Jordan. Im Fall der Bauunternehmung Albert Weil AG war es kein sportlicher Wettkampf, sondern der Wunsch und das Ziel, ein Patent zu erhalten. Dieser Traum sollte vor gut vier Jahren in Erfüllung gehen – das Team rund um Polier Alexander Ulrich schrieb damals Geschichte mit dem ersten Patent in der Unternehmenshistorie – mittlerweile sind es drei. Wir beschreiben den Weg von den Anfängen bis zum Status quo.
Alles begann in Ransbach-Baumbach, wo die Mitarbeiter aus dem Bereich Konstruktiver Ingenieurbau Dumitru Chebac, Jean-Pierre Kura, Christian Mahr sowie Polier Alexander Ulrich unter der Bauleitung von Andreas Schmidt eine neue Halle für die Westerwälder Blumentopffabrik SPANG GmbH & Co. KG errichteten. Vor Ort wurde das – damals noch neue – Schalungssystem PERI Maximo mit dem dazugehörigen MX Anker erstmals getestet.
„Leider kamen wir zu dem Ergebnis, dass das System für unseren konkreten Bedarf nicht optimal ist“, so Alexander Ulrich. Stattdessen reifte eine andere, konkret werdende Idee: der gerollte bzw. Vollgewinde-Ankerstab sollte wieder seinen ursprünglichen Glanz erlangen. „Wir wollten ein System entwickeln, das genau auf unsere Schalung passt. Die gute Nachricht: Bereits nach wenigen Tagen der Testung war uns klar, dass das System funktioniert. Mit dieser Motivation arbeiteten wir dann gemeinsam an der Optimierung der Idee“, berichtet der Polier.
Und so funktioniert das System: Es handelt sich um einen Ankergreifer zum Entfernen eines zwischen den Schalungselementen einer Betonwandschalung angeordneten Schalungsankers. Der Ankergreifer ist zum Lösen eines Ankerstabs des Schalungsankers aus dem Beton sowie zum Entfernen des Ankerstabs aus der Betonwandschalung ausgelegt. Zudem ist er auf den Schalungsanker aufschraubbar und mit diesem drehfest verbindbar. Weiterhin betrifft die Idee ein Verfahren zum Entfernen eines zwischen Schalungselementen einer Betonwandschalung angeordneten Schalungsankers.
Der Entwicklungsprozess dauerte einige Zeit an und beinhaltete zahlreiche Höhen und Tiefen. Das Ergebnis: das „Ohne Röhrchen System“. „Die Kolonne hat hier von Sekunde Eins an einem Strang gezogen. Fest steht aber auch, dass die Umsetzung ohne das Vertrauen und die Unterstützung unserer Oberbauleiter Oliver Schwenk und Moritz Gruber, aber auch unseres Vorstandes nicht möglich gewesen wäre. Sie hatten den Mut, das System auf unserer Baustelle in Mainz Kisselberg zu testen, was durchaus ein gewisses Risiko mit sich brachte. Parallel haben auch die Kollegen um Polier Julian Zsebe das ‚Ohne Röhrchen System‘ (englisch: A Without Pipe System) im Rahmen einer Maßnahme in Höchst getestet. Heute können wir sagen, dass sich das Risiko gelohnt hat“, betont Alexander Ulrich.
Aber auch weitere Kollegen brachten sich ein und sorgten dafür, dass aus der Idee ein Erfolgsmodell wurde. „Insbesondere unser Team aus der Werkstatt rund um Ingo Obel hat sich enorm reingearbeitet und gemeinsam mit uns das System optimiert. Ohne sie wäre das heutige Ergebnis nicht denkbar gewesen.“
Insgesamt drei Patente wurden bis heute beantragt. 2021 erfolgte die erste Patentgenehmigung, die mittlerweile sogar europaweite Gültigkeit hat und als erstes Patent der Bauunternehmung Albert Weil AG in die Historie eingegangen ist. 2023 folgte das zweite Patent, welches derzeit eine deutschlandweite Gültigkeit hat. Nun, im Jahr 2026, der nächste große Meilenstein: das dritte Patent wurde erteilt. Dabei handelt es sich um eine Verschlusshülse mit Klemmelement zum Abdichten einer Ankerspannstelle an einer Betonschalung.
„Die drei Erfindungen bauen aufeinander auf und bilden am Ende ein geschlossenes System. Es war ein weiter Weg bis hierhin – und er ist noch nicht zu Ende. Ich bin sehr dankbar für die große Unterstützung seitens der Geschäftsleitung und auch aller Kollegen, die in den Prozess involviert waren und sind. Am Ende ist es eine Teamleistung, auf die ich persönlich sehr stolz bin“, so Alexander Ulrich.
Was lehrt uns die Geschichte: Es lohnt sich zu träumen; es lohnt sich, Risiken für seine Träume einzugehen; und es lohnt sich, gemeinsam an Träumen zu arbeiten. Denn so können diese zur Realität werden.